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FLORIAN KMET "Ich habe viel Zappa gehört"
Florian Kmets bei Konkord erschienenes Solodebüt
"Electric Songs" ist eine interessante Platte.
Sie steht mit beiden Beinen im Pop, entzieht sie sich
dabei allen gängigen Genrezuschreibung und wirkt
doch nie bemüht "anders". Der 1973 in
Innsbruck geborene Gitarrist spielt zwar mit Singer/Songwritermotiven,
ist aber weit eher am abenteuerlustigen Ausprobieren
und Austüfteln denn am geradlinigen Spiel oder
gar der authentischen Erzählung interessiert; Regengeräusche
verwendet er ebenso für seine Musik wie Beats,
die er mit dem eigenen Körper erzeugt, der so genannten
Human Beat Box. Als roter Faden zieht sich das facettenreiche
Gitarrenspiel und der bei aller Perfektion doch stets
hörbare Spaß an der Sache durch die teils
mit sehr skurrilen Texten ausgestatteten und stets detailgenau
ausgearbeiteten Songs. "Als Teenager habe ich viel
Zappa gehört", sagt Kmet, und es klingt wie
ein Erklärungsversuch. "Mir hat immer gefallen,
dass er unter den wüsten Texten sehr fundierte
politische und sozialkritische Aussagen getroffen hat."
Die Gitarre entdeckte der Tiroler sehr früh; dass
er damit einmal sein Geld verdienen möchte, war
bereits mit 13 klar. Nach der Matura geht er für
drei Jahre nach New York und lärmt mit verschiedenen
Rockbands, um nach seiner Rückkehr klassische Gitarre
an der Wiener Musikhochschule zu studieren. In unterschiedlichen
Konstellationen spielt er abstrakte Improvisationsmusik,
gründet mit Stefan Németh von Radian das
elektronische Trüftler-Duo Lokai und arbeitet immer
wieder auch im Theater-, Performance- und Musikbereich.
Sein Soloprogramm entwickelte sich aus einem klassischen
Duo mit Goethe-Gedichtvertonungen, das er gemeinsam
mit einer Sopranistin betrieben hatte. Unmittelbar hört
man das "Electric Songs" zwar ebenso wenig
an wie die einstige Zappa-Leidenschaft des Künstler,
die Eigenwilligkeit der Platte wird bei diesem Background
aber gleich um einiges nachvollziehbarer.
GERHARD STÖGER [ Falter 12
/ 2007 ]
Kmet: "Electric Songs" (Konkord/Hoanzl)
Live: 27.3., 20 Uhr, Mak Säulenhalle
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