KOLLEKTIV WEITER (2020)

Das Kollektiv Weiter entwickelt ‚ÄúH√∂rst√ľcke‚ÄĚ. Eine frische Mischung aus Konzert, H√∂rspiel und Jamsession. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der Flaneur, der durch die Stadt Wien flaniert- Der Flaneur ist erlebte und beschriebene Philosophie. Er ist das Sprachrohr der Stadt.

Unser K√ľnstlerkollektiv besteht aus Autorin Alexandra P√Ęzgu, Musiker und Komponist Florian Kmet und Schauspieler Roman Blumenschein und entwickelt seit einem guten halben Jahr ‚ÄěH√∂rst√ľcke‚Äú, die man sich als eine Mischung aus Konzert, Theaterst√ľck, H√∂rspiel und Jamsession vorstellen kann.

Wir bewegen uns im experimentellen Raum wo wir die Stadt durch k√ľnstlerische Methoden recherchieren und versuchen neue Wege zu finden die Stadt darzustellen.

Alexandra P√Ęzgu f√ľttert das Kollektiv st√§ndig mit neuen Texten, die eng mit dem Zeitgeschehen verwoben sind, die von Schauspieler Roman Blumenschein und Musiker Florian Kmet interpretiert und in ein Live- Erlebnis umgesetzt werden. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der Flaneur, der durch die Stadt Wien flaniert und wahrnimmt.

Alexandra P√Ęzgu zum Flaneur:

Die Figur wird von dem was sie sieht und erlebt beeinflusst. Sie wird die Stimme des Erlebten und durch sie wird die Stadt zum Klang. Flanerie ist beschriebene Philosophie, performative Poesie. 

Der Flaneur flaniert seit dem 19ten Jh. durch die Stra√üen von Europa und erz√§hlt aus einer subjekiven Perspektive von der Welt in der er lebt. Anhand einer gro√üen Krise hat sich aber 2020 die Weltordnung ver√§ndert. Die Figur des Flaneurs, dieser kulturelle Vampir, hat seit Jahrzehnten √ľberlebt und wird auch dieses Mal neue Formen finden m√ľssen, sich anzupassen und zu √ľberleben.

We are a group of artists, who create sound performances as a mixture between concert, theatre, radio and jam session.

Our collective work consists of texts developed and written by Alexandra, spoken by Roman and jammed by Florian. Currently, listening to us feels like strolling through the streets of the city we live in. 

We are moving through an experimental stage, trying to develop new ways of representing the city. Also, we hope to expand our research and write, compose, speak and perform also in further cities.

Alexandra P√Ęzgu about the notion of the flaneur:

The flaneur is a form of applied thought and performative poetry.

The flaneur has been strolling through the streets of Europe since the 19th century describing the world from a subjective perspective and haunting our imaginations with the representation of the city. Due to a major crisis, the global order changed in 2020. The figure of the flaneur, this cultural vampire, has survived for decades and will find new ways, once more, to survive and adapt.

Alexandra Pazgu
Roman Blumenschein

Ausschnitt aus ‚ÄěDiese M√ľdigkeit braucht keine Medikamente‚Äú von
‚ÄěNiemals schlafen, niemals arbeiten, nur die Stra√üen dieser Stadt durchwandern,
die großen imperialistischen Straßen, wo Zivilisationen miteinander leben;
die alten und neuen Bezirke, mit farbigen Blocks die in der 70ern gebaut wurden, wo Studenten leben, jeder Stock hat eine andere Farbe, jedes Fenster ein anderes Licht,
ich wandere durch die alten Stra√üen von Wien, hier lebt eine alte Frau, die grad‚Äô ihre Pflanzen begie√üt, sie hat ein ganzes Leben gearbeitet um jetzt ihre Pflanzen auf dem Balkon zu begie√üen, sie l√§dt mich ein bei ihr Pudding zu essen, ich sage, Dankesch√∂n, das ist sehr nett, meine Oma konnte auch sehr gut backen, aber sie ist jetzt tot, also ich kann nicht bleiben, am Abend kann man es besser verstehen, wie ein sanft beleuchtetes Fenster alles √ľber unsere √Ąngste erz√§hlt(…)‚Äú.¬†