DIE EROBERUNG DER STADT von Kollektiv Weiter
In „Die Eroberung der Stadt“ stehen Sprache und Sound in unmittelbarer Beziehung und erschaffen zusammen eine Stimmungsfläche, die eine eigene Dramaturgie entwickelt. Die Stimme gehört dem Flaneur, der die Straßen von Wien durchquert. Der veräußerte Monolog trifft auf Klänge der Stadt und tritt mit ihnen in Beziehung. Der Flaneur ist erlebte und beschriebene Philosophie. Er ist das Sprachrohr der Stadt.
Zum Hörlink Ö1 Hörspiel “Die Eroberung der Stadt”
Deutschlandfunk Kultur:
“Sound und Atmosphäre haben etwas somnambules, alptraumhaftes. Der Mensch ist dem urbanen Raum ausgeliefert und sucht sich Fluchtpunkte im Inneren, in Erinnerungen, in der Selbstbespiegelung. Dabei bewegen sich zwar in seinem Umfeld Menschen, sie kommen ihm aber nicht nahe. Er kommt ihnen nicht nahe. Er bleibt inmitten von allen anderen allein.
Der Text von Alexandra Pâzgu arbeitet nicht nur düstere Emotionen auf und sich an ihnen ab, sondern vereint wortspielerische Elemente, propagiert auch Komik, Sarkasmus und Zeitkritisches und beweist eine Vielschichtigkeit die den Komponenten Klang und Stimme ebenfalls eigen sind.
Die Eroberung der Stadt transportiert nicht nur einen individuellen, sondern auch einen allgemeinen Zustand. Desillusionierung, Verunsicherung, Isolierung des Einzelnen – so wird stets neue Selbstversicherung notwendig. Das Ungewisse, das Unbeständige, scheint hier das Bleibende.”

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